Die InspirationDas GAIA Kammermusikfestival, dessen Gründerin und Leiterin die international renommierte Violinistin Gwendolyn Masin ist, trägt einen Namen, der den Charakter und Geist der Veranstaltung widerspiegelt. Denn es bietet seinen Teilnehmern eine gemeinsame Basis, auf der diese ihre Energien in einem lebendigen und künstlerisch einzigartigen Unterfangen bündeln können. Die MuseGaia, aus dem Chaos geboren, ist die urzeitliche griechische Göttin in Gestalt der Erde.
Dieses Jahrtausende alte Wort findet sich auch im Sanskrit, wo Gaja eine Reihe von Attributen wie Weisheit, Fülle, Kühnheit und Stärke personifiziert, sowie im Hebräischen, wo Chaia „lebendig” bedeutet. Die Musiker und ihr PublikumJedes Jahr verbringen bedeutende Künstler aus aller Welt eine gute Woche in Thun, wo sie zusammen wohnen und arbeiten. Die Teilnehmer haben allesamt – den Zielen von GAIA entsprechend – ungewöhnliche und aufregende Beiträge zur Welt der Kunst geleistet. Viele dieser Koryphäen haben sich von Einschränkungen und den Erwartungen anderer frei gemacht und sind mutig ihren eigenen Weg gegangen. Das Festival und seine sich durch Thun windenden Zuflüsse kündigen die ersten milden Frühlingslüfte an und bieten eine Gelegenheit zur Feier der Musik, die sich in ständigem Fluss zwischen Ausführenden und Publikum befindet. Jedes Detail des Programms, der Probenarbeit und der Konzerte ist von Anfang an darauf ausgerichtet, Musik auszudrücken und die Hörer anzulocken und zu verzaubern. Somit sind die Aufführungen wichtig für diejenigen, die sich davon berühren lassen wollen und haben einen positiven Einfluss auf die sinnliche Wahrnehmung von Musik. Die IdeenDie öffentlichen Kammermusikdarbietungen rücken vom durchgetakteten Leben und den engen Probenplänen der ausführenden Künstler ab. GAIA bringt spontanes Chaos in Szenerien, die im Allgemeinen von Präzision geprägt sind. Teil der GAIA-Konzertprogramme sind Ensembles und Werke, die speziell für das Festival und während desselben geschaffen wurden, sowie bereits bestehende Produktionen. GAIA wird für spätere Sendungen und zur Archivierung komplett aufgenommen, gedruckt und kuratiert. Die Demonstration von UnterrichtGAIA gibt sich nicht damit zufrieden, die Aufführungspraxis von Musikstücken radikal zu überdenken, sondern fördert auch aufstrebende Talente und legt ein besonderes Augenmerk auf musikalische Bildung. Daher bietet sich für die Meister von Morgen die Möglichkeit, bei den GAIA Meisterklassen von etablierten Meistern ihres Fachs zu lernen. Jeder Interessierte kann hierbei einen Einblick in die ständige Entwicklung von Musik und Pädagogik gewinnen. Die nächste GenerationDie Internationale GAIA Akademie findet im Hochsommer statt. So können auch die Kleinsten bei den einwöchigen Workshops und Seminaren mitlernen und ihr Können demonstrieren. Hierzu gehören auch bahnbrechende Vorführungen von Kindern für Kinder und öffentlicher Unterricht. Es gibt Diskussionsforen, in denen sich beispielsweise die Eltern musikalisch begabter Kinder austauschen können, sowie Fachvorträge über modernes Unterrichten. Abschluss der Woche bildet eine Reihe von Schülerkonzerten. Daneben geben Absolventen Darbietungen, bei denen die Früchte hervorragenden Unterrichts sichtbar werden. Die „Tour de Force”Obwohl das Kammermusikfestival das pulsierende Herz bleibt, hat GAIA so schnell internationale Aufmerksamkeit erlangt, dass Projekte im Rahmen von GAIA ausserhalb der jährlichen Festivalwoche im Mai und an anderen Orten stattfinden. GAIA ist mehr als ein Festival, es ist ein lebender Organismus, ein fesselndes kulturelles und gesellschaftliches Phänomen, das die Welt der klassischen Musik an den Füssen packt und auf den Kopf stellt – und wir versprechen, dass wir das auch in Zukunft tun werden. „… was mich interessiert, ist nicht nur zu spielen, sondern wirklich Musik zu machen und in ihrer Entfaltung zu schwelgen.‟ – Gwendolyn Masin, The Irish Times |